Radfahren
Allgemeine Tipps zum Training, zur Ausrüstung und Vorbereitung.
Veröffentlicht aus der Broschüre “Triathlon Kompakt” von Runner’s World und Erdinger Alkoholfrei.
Gute Beine, halbe Miete:
Kilometer fressen statt Materialschlacht:
Das beste Rad nutzt nicht viel ohne entsprechende Trainingskilometer.
Natürlich gibt es sie, diese edel und futuristisch aussehenden High-Tech-Zeitfahrräder, die einen suggerieren wollen, dass sie sich ohne großen Kraftaufwand in intergalaktische Geschwindigkeitsbereiche treiben lassen. Jede 100 Gramm weniger an zweirädrigen Rennmaschinen lassen sich mit satten Eurobeträgen erkaufen, doch bedarf es beim Triathlon-Anfänger nicht gleich dieses Gewichtsfetischismus. Für den ersten Triathlon-Schnupperversuch tut es sogar ein banales Trekkingrad oder Mountainbike. Geht es beim ersten Versuch doch primär ums Durchkommen, um das Erreichen der Ziellinie, und weniger um hochgesteckte sportliche Meriten.
Wer anderseits bereits ein Rennrad besitzt, der sollte es natürlich auch einsetzen, weil der Rollwiderstand aufgrund der schmalen Pneus deutlich geringer ist als bei den anderen Rädern. Kurzum: Nehmen Sie für den ersten Triathlon einfach das Rad, das Sie sowieso schon im Keller stehen haben und bereits gewohnt sind.
Grundsätzliches:
Für den ersten Dreikampf-Versuch ist ein „Motor-Tuning“ dem „Material-Tuning“ vorzuziehen. Will heißen, regelmäßiges Training ist für einen „Schnupperer“ effizienter als ein panisch motivierter Rennradkauf. Um auf die Belastungen in der zweiten Disziplin vorbereitet zu sein, ist Training das geeignetste Mittel. Die Grundbewegungen das Radfahrens hat jeder als Kind bereits frühzeitig erlernt. Darauf aufbauend kann nun ein Einschleifen des runden Trittes für eine Ökonomisierung der Bewegung sorgen. Geeignet ist hierfür das Fahren in kleinen Gängen in der Ebene, ohne dabei „ins Leere zu treten“.
Die Beine sollten den eingelegten Gang, respektive Widerstand, als „angenehm“ empfinden. Da die zweite Disziplin im Triathlon normalerweise das größte Stück des Zeitkuchens beansprucht, sollten die Ausfahrten stets eine Stunde oder länger dauern.
Schulen Sie sich auf ihren Trainingsrunden auch im Handling des Fahrrades, üben Sie beispielsweise gezielt das Kurvenfahren. Spätestens im Wettkampf, wenn sie zügig eine Strecke zurücklegen werden, ist derlei Erlerntes von größter Hilfe. Die wichtigsten Merkregeln fürs Kurvenfahren lauten: Bremsen Sie stets vor (nicht in) der Kurve an, bis Sie deren Verlauf einsehen können. Große Radien erleichtern das Kurvenfahren.
Sitzposition:
Als Fausregel für die richtige Höhe des Sattels gilt: Bei durchgestrecktem Bein sollte die Ferse das in der untersten Stellung („6 Uhr“) befindliche Pedal erreichen. Die richtige Sitzposition zeichnet sich folglich dadurch aus, dass man mit den Fersen rückwärts pedalieren kann, ohne Ausgleichsbewegung mit der Hüfte ausführen zu müssen.
Da mit den Fußballen Rad gefahren wird, bekommt das Bein anschließend von selbst die gewünschte Vorbeugung. Der Sattel sollte so positioniert werden, dass in der vordersten Stellung des Pedals („3 Uhr“) ein von der Kniescheibe gefälltes Lot genau auf den Fußballen, sprich die Mitte des Pedals fällt.
Bleibt der horizontale Abstand Lenker-Sattel: Strebt man auf dem Rennrad eine moderate Position an, sollten zwischen Sattelspitze und Lenker der Unterarm sowie einen Finger Platz haben. Will man sportlicher sitzen, beträgt der Abstand „Unterarm plus drei Finger“.
Ausrüstung:
Obligatorisch beim Radtraining sollten Radhose, Brille, Helm und Wasserflasche sein. Die Radhose, nackt auf der Haut getragen, zum Schutz des Allerwertesten. Die Brille zum Schutz der Augen. Der Helm zum Schutz des Kopfes und die Wasserflasche zum Schutz vor Dehydrierung. Empfehlenswert ist auch ein Radtrikot aus Funktionsmaterialien, das den Schweiß nach außen abführt. Baumwoll-T-Shirts mögen zwar cool und locker aussehen, aber einmal mit Schweiß vollgesaugt, kleben sie auf der Haut und bergen auch die Gefahren des Scheuerns.
Fazit:
Mit dem Training erreichen Sie beim Radfahren in kurzer Zeit mehr als mit panisch motivierten Rennradkäufen am Tag vor dem Wettkampf. Wenn sie sich auf vielen Kilometern Kraft in die Beine trainiert haben, ist die Raddisziplin „null problemo“, sofern Sie Ihr Gefährt auch steuertechnisch im Griff haben.
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